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Heute war ich in Spitz an der Donau, einem wunderschönen Ort an und zum Glück seit 2002 nicht mehr in der Donau. Ziel des Ausflugs war die Besichtigung meines Wachau Halbmarathon Starts, der 4 Monate vor dem selbigen verständlicher Weise noch nicht aufgebaut war. Die Autofahrt von Krems (Ziel) bis nach Spitz (Start) führt an der Donau entlang und beinhaltet weder Haarnadelkurven noch sonstige große Überraschungen. Bis auf leichte Steigungen, die mit dem Auto ohne durchdrehende Reifen bezwingbar sind, wird es ein relativ geradliniges Rennen. Von der Distanz war ich trotz motorisierter Unterstützung überrascht. 21km sind nicht zu unterschätzen, aber ich bin mir sicher Marillenwind wird mit mir sein. Also den nötigen Respekt hab ich mir heute auf jeden Fall geholt! Ob ich jetzt mit Ernst an die Sache rann gehe? hmmm – nein mein Pacemaker heißt Wolfgang 😀 Apropo Wolfgang, es haben sich mittlerweile zwei Ladies aus dem Bekanntenkreis für den Halbmarathon angemeldet. Zu viert sind wir nun schon im Marillenwind Team und ich freu mich sehr darüber. Bald werde ich von unserer ersten Taktik-Besprechung berichten. Mein Walkerei war in dieser Woche schon ein wenig intensiver. Die größte Distanz ging knapp über 10 km. Nachdem sich mein Gewicht derzeit sukzessive verringert, werde ich wirklich wie geplant ab Anfang Juli zum Laufen beginnen können und das hoffentlich ohne Beschädigung der Erdkruste und/oder meiner Knie.

Mit 99 Jahren hat er einen neuen Weltrekord aufgestellt und ist den Halbmarathon durchgelaufen. Fauja Singh, gebürtiger Inder, sorgte beim Luxemburg-Marathon für Furore. Niemals zuvor gab es einen älteren Finisher bei einem Halbmarathon. Der „Tornardo mit dem Turban“ wird mich bei meinem Halbmarathon Marillenwind in der Wachau als geistiger Mentor begleiten. Was für ein Vorbild! Besonderen Dank an Achim Achilles für Deinen Blogbeitrag!

Der Marillenwind Frühstücksgewinner Wolfgang, der sich spontan entschlossen hat beim Halbmarathon in der Wachau gemeinsam mit mir anzutreten hat ebenfalls bereits jetzt mit dem ersten Training begonnen. Mit großem Erfolg konnte er ein Überschwappen seines Frühstücks unterbinden – hier die Details: „Donnerstag, 13.5.2010. Christi fährt in den Himmel. Und anstatt dass ich brav in die Kirche fahre, habe ich meine erste kleine Umrundung der alten Donau gemacht. Bis Wagramerbrücke und über Birnerbrücke retour für alle Insider 5,4 km. Frühstück hat sich unterwegs bei Oberkante Unterlippe eingependelt, es blieb aber drin. Und ich lebe noch halbwegs, was ich als Erfolg werte. Heute und morgen leide ich still, und dann gibts die nächste Trainingseinheit.“

Wolfgang, ich gratuliere, dass Du Dein Frühstück überreden konntest, den von der Schwerkraft bevorzugten Weg einzuschlagen. Wir bleiben in Kontakt und berichten bald von unserer nächsten Lagebesprechung.

Und was geht bei mir? Heute in der Früh fand nach einem Monat „10in2 Lustvoll Leben“ die Abwaage statt. Ich bin sehr glücklich über das Ergebnis und zwar

-9 kg und -12 cm Bauchumfang.

Ich vertrage das 10in2 sehr gut, kombiniere es jedoch auch mit mentalen Trainings- und Coaching Einheiten. Ich fühl mich sehr wohl und leistungsfähig. Derzeit gehe ich zügig trotz Regen und Aschewolke ca. 15 km pro Woche. Bei detaillierten Untersuchungen meiner Außenhülle konnten die Ärzte keine durch Aschepartikel ausgelösten Aschlöcher an mir finden, die nicht schon vor dem Vulkanausbruch da gewesen wären. Liegt wohl an meiner noch niedrigen Geschwindigkeit, oder bin ich etwa gar zu klein? Egal Hauptsache keine zusätzlichen Schäden! Bei weiterem Erfolg nach Plan steht einem Lauftraining ab Anfang Juli nichts mehr im Weg. Ich freu mich schon sehr darauf und bedanke mich für Eure Unterstützung!

Wolfgang per Mail: „Lieber Herr Get, es ist vollbracht! Dank Deiner – im wahrsten Sinne des Wortes – Schnapsidee Marillenwind lass ich mich in meinen alten Tagen dazu herab, regelmäßig meinen Hintern zu bewegen um im September nicht als Dodl da zustehen. 21 Wochen für 21 Kilometer. Eigentlich ganz simpel. Da brauch ich jede Woche nur einen Kilometer laufen oder so… Einen Projekttitel such ich mir noch…“

Wolfgang, ja richtig, der Marillenwind Frühstücksgewinner hat nach unserem gemeinsamen Frühstück beschlossen sich auch für den Halbmarathon in der Wachau anzumelden. Seine Startnummer 2715 hat er schon gesichert und wir freuen uns auf Besprechungen in lauschigen Gastgärten.

Allerdings nur an 1er Tagen. Was 1er Tage sind? Nun ja, ab Juli beginnt mein Lauftraining und bis dahin werde ich noch jede Menge Kilos abnehmen. Nein, ich lasse sie nicht aus mir saugen sondern trenne mich auf natürliche Weise. Einen Tag Essen und Trinken ganz normal, so wie sonst auch, ein bisschen mehr Obst und Gemüse und am nächsten Tag nur Wasser, Kaffee, Tee, klare Suppe und ein Viertel Rotwein. So stellt der Körper nicht auf Sparflamme um, sondern verbrennt an diesen sogenannten 0er Tagen Fett. Damit wenig Muskelmaße verbrannt wird, gibt es wilden Sex und hmmmm, ja manchmal auch Sport in Form von Walking Einheiten und Krafttraining, was ja quasi eh fast das Gleiche ist 😀 Dieses Konzept nennt sich 10in2 und wurde von einem Team rund um Bernhard Ludwig entwickelt. Eine Videoanleitung gibt es hier. Herzlichen Dank an dieser Stelle, die ersten Ergebnisse verblüffen sogar mich, als Langstrecken-Schwergewichtsjojoler.

Ich habe mich von 7kg und 11cm Bauchumfang getrennt nach 2 Wochen 10in2. Ich fühle mich Topfit und an 0er Tagen habe ich interessanter Weise mehr Energie und bin noch kreativer als sonst 😉 Die 1er Tage waren anfangs ziemlich essintensiv, haben sich jetzt allerdings auf eine qualitativ hochwertige und normale Portionsgröße reduziert. Ich freue mich, dass bereits ein paar Freunde bei 10in2 eingestiegen sind und werde weiter berichten.

hätte ich vier Beine, dann wäre ich auch ein paar Schritte vor mir…

Drei Wochen nach Start von Projekt Marillenwind, hat sich einiges getan. Ich habe pro Woche drei sportliche Trainingseinheiten und einige Oral-Events absolviert. Die Ausdauer Einheiten werden knieschonend unlaufender Weise im zügigen Gehschritt durchgeführt. Der Trainingsplan für die Laufeinheiten startet ab Anfang Juli, wenn ich mein Gewicht von XXXL auf XXL reduziert habe.

Bis dahin gehe ich freihändig ohne Stäbchen, also quasi Nordic Walking auf österreichisch. Die Einheiten waren zwischen 4 und 11 km lang und derzeit noch ca. 2,25m breit 😀

Die Streckenführung ist sehr abwechslungsreich und noch ohne nennenswerte Steigung, zumeist auf Donauinsel, durch den Donaupark und im Waldviertel. Meine Hündin Sina ist immer mit dabei und stets ein paar Schritte vor mir. Naja keine Kunst, hätte ich vier Beine, dann wäre ich auch ein paar Schritte vor mir.

Ich danke Euch für die vielen motivierenden Worte zu meinem Projekt Marillenwind. Selbst ein Wirtschaftsblatt Journalist hat bereits über das marillige Halbmarathon Vorhaben in der Wachau berichtet. Ich verlinke und bedanke mich an dieser Stelle.

Achja, Wolfgang war am humorvollsten in Sachen die Wahrheit über Marillenwind und hat somit das Frühstück mit mir gewonnen. Ein Termin für dieses Vorhaben im Freiraum ist auch schon gefunden. Ich werde ein paar Marillen-Schnappsschüsse davon posten.

Zu erwähnen gibt es noch, dass ich einige meiner Einheiten auch fotografisch festhalte. Was ja bei diesem Tempo knapp unter Lichtgeschwindigkeit gerade noch möglich ist. In den letzten Tagen galt es auch ein paar Oral- bzw. Ernährungs-Ergänzungsveranstaltungen zu absolvieren. Da war etwa die Eröffnung des Schweizerhauses, eine Catering Verkostung, eine Whiskyverkostung und diverse andere Oralitäten zu inhalieren. Diese sind penibel geplant und wirken einem zu radikalen Gewichtsabfall entgegen.

Ich freue mich schon auf die nächsten Tage, auf Eure Kommentare und wünsche Euch ausreichend Eier im Nest.

Ich habe via Facebook, XING und Twitter ersucht eine humorvolle Story zum Projekt Marillenwind zu texten.

Nachdem es den Begriff Marillenwind bis vor einer Woche im Internet noch nicht gab (und ich hab das ganze Internet ausgedruckt und nachgesehen 🙂 ) war ich überrascht, wie viele, sehr klar nachvollziehbare und humorvolle Erklärungen es in unseren Köpfen dazu gibt. Die Entscheidung hab ich mir wirklich nicht leicht gemacht. Ich bedanke mich recht herzlich für Eure Einsendungen. Ich hab mir viel Zeit genommen und fern ab der Zivilisation in einem Iglu im Waldviertel am Stausee Ottenstein eine Entscheidung getroffen.

Bevor ich den Sieger bekannt gebe, hier noch ein paar köstliche Ausschnitte aus den anderen Beiträgen.

  • von Simone „Alles wackelt, alles bebt, wer hat sowas schon erlebt? Martin kommt im Dauerlauf, hüpft dabei sehr hoch hinauf.“
  • von Karin „Ein kleines Kind sitzt auf einem Rind.“
  • von Thomas „Bis zu einer endgültigen Klärung wird noch viel zarter warmer Wind durch die Marillenbäume streichen“
  • von Paul „Wach, erträumt sich Sie den Ihn, duftend, farbig hell, wohl des Geschmacks nach Freude, berührend, in dieser Au.“
  • von Vinzenz „vornehmer Ausdruck den adelige Marillen pflegen um eine Darmregung zu erklären die sich irrtümlich hörbar verflüchtigt“
  • von Monika „Doping – durch die orale Aufnahme von 8 kg reifer Marün kurz vor dem Start, die zu einem dermaßen enormen Antriebs-Marillenwind führten…“

Gewinner des Frühstücks mit einer marilligen Überraschung ist Wolfgang. Seine Geschichte zu meinem Projekt „Marillenwind“ Wachau Halbmarathon hat mir am besten gefallen. Thanks 😉

Schau her, geht er da wirklich hin

den Schweinehund zu überwinden.

Die süße Frucht treibt ihn dorthin,

bei Krems will er sie finden.

Gut verwertet abgefüllt

so liebt er die Marille.

Im kleinen Glas viel eingeschenkt,

umspült von viel Promille.

Wird er es schaffen bis zum Ende

ich weiß es ganz genau.

Er läuft ins Ziel mit Schmerzensschrei

die Knie san wach, auuuuu

Der Mann der mit dem Marillenwind 21.097,5 Meter* durch die Wachau läuft

*Achtung: bei der Meterangabe handelt es sich NICHT um Höhenmeter

Bisher kannte ich die Wachau in Niederösterreich hauptsächlich durch die köstlichen Weine und der Marünmamalad in de Marünpala. Marün ist die Mundart von Marillen bzw. Aprikosen und Mamalad hat weniger etwas mit Aprikosen aus Mutters Lade zu tun, als mit der österreichischen Abkürzung für Mit-Zucker-eingekochten-Aprikosen-Brotaufstrich. Marünpala erkläre ich zu einem späteren Zeitpunkt.

Nun, worum geht es hier? Nachdem ich voriges Jahr auf Inline Skates und mit roter Nase einen Marathon gerollt bin gab ich mir im ersten Übereifer das Ende meiner sportlichen Karriere bekannt. Nun frage ich Euch. Welcher Sportler hat wirklich nach dem ersten Erfolg seine Karriere beendet? So klopfte für 2010 ein neues Projekt an die Tür. Und ich habe es herein gelassen. Mit Marillenwind werde ich wieder an meine humoristischen und vielleicht sogar körperlichen Grenzen gehen, mal sehen…

Fix ist das Vorhaben seit gestern. 2539! Einigen von Euch kam die Zahl schon bekannt vor, andere prophezeiten den Weltuntergang, vermuteten meine Schülerausweisnummer aus dem Mesozoikum, oder noch älteres und zwar mein Geburtsdatum. Mathematiker meinten einfach nur, ich habe mich verrechnet, doch jetzt löse ich auf. Seit gestern habe ich eine Startnummer für den WACHAUmarathon und zwar 2539. Ich gebe ehrlich zu, es ist kein Wunschkennzeichen. Doch Marillenwind ist ja auch kein Wunschprojekt sondern es wird getan was zu tun ist.

Mir ist schon klar, ein Halbmarathon ist für manche von Euch eher ein Lauf um frische Semmeln. Andere werden mich Fragen auf welchem Fuß ich vor habe den Bewerb zu hüpfen. Also ich muss ehrlich gestehen, bei aller Coolness wird sich bei mir trotzdem das ein oder andere Tropferl Schweiß auf meiner Stirn bilden. Speziell weil es die Schwerkraft mit mir ja ein bisserl ernster nimmt und Mutter Erde mich besonders anzieht. Nun sind es noch 28 Wochen bis Mitte September und es reicht wenn ich im Spätsommer mit dem Training beginne, ich hab ja genug andere Dinge um die Ohren, war mein erster Reflex. Die graue Erinnerung an meine Rote Nasen Skater Karriere (man denke nur an „der mit der Heckenschere tanzt“) sagte mir jedoch, dass ich auch hier um eine kleine Vorbereitungsübung nicht herum kommen würde.

Ich berichte Euch weiter vom Projekt Marillenwind. Ja genau, der Name wird auch noch mal näher unter die Lupe genommen, demnächst in diesem Kino…

Sei bei dieser Aktion dabei und bringe Dein Lachen, Dich, Freunde und Bekannte mit und triff auf andere Lacherinnen und Lacher.

1001Lachen

Ort: Museumsquartier

Zeit: 18.12.2009 um 18:00

Erkennungszeichen: Schmunzeln, Lächeln, Grinsen, Lachen

Egal ob 2009 für Dich ein lustiges, lächerliches oder ein zu vergessendes Jahr war. Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

Nimm eine Cam mit und halte ein paar Lacher fest um sie mir dann zukommen zu lassen. Es wäre doch gelacht, wenn nicht mehr als 1001 Lacher geknipst werden. Ich werde daraus ein Meer aus Lachen machen.

Teile dieses Event auf Facebook, Twitter & Co und lade auch Freunde und Bekannte ein. Weitere Details werde ich hier posten. Unter Twitter bitte Hashtag  #1001lachen verwenden.

Anmeldung via XING

Anmeldung via Facebook

Ich freue mich und bin schon ganz schön gut drauf 🙂

Im Moment sind mehr als 60 Leute angemeldet. Laut Wettervorhersage vom MQ wird es um die -3° haben, dh. warm anziehen 😉

Martin

Ich fessle mich selbst mit dem Draht um die Pferde frei zu lassen. Mit dem Feuer spiele ich und übertreibe – bis das Feuer mit mir spielt. Und jetzt wird es klar und klarer um uns herum. Der Stein ist halb edel, das war uns damals nicht bewusst.

fire

Zwei Seelen sind zu schmerzhaft für eine Brust, für meine Brust, im Reich der Gewissheit. Wir stecken uns in Brand ohne die Gefahr zu erkennen. Oh Gott, dreh ihr nicht den Rücken zu.

ES existiert nicht, wenn ich nicht an die Liebe glaube. Wenn die Liebe an mich glaubt, dann glaube auch ich an mich.

Im Moment der Resignation knie ich nieder. Ich bemerke die Passanten nicht und sie bemerken mich nicht.

Ich falle, falle tiefer und tiefer – in viele schwarze Löcher.

Ich knie am Altar des dunklen Sterns.

Jetzt ist mein Körper eine buddhistische Bettelschale und er bebt und bettelt um zurück zu kommen.

Zurück zu kommen.

Zurück zu meinem Herzen.

Zurück im Rhythmus meiner Seele.

Zurück im Rhythmus meines Unbewusstseins.

Zum Rhythmus, der sich sehnt.

Befreit von jeder Kontrolle.

Ich schlage die Zahlen in den Automat und sehe eine Spiegelung. Ein Gesicht, mein Gesicht, das auf meinen Rücken starrt. Kalte Schauer laufen über ihn und meine Knie werden weich.

Im Moment der Resignation. Im Moment der Einsicht über die Tragweite. Ich bemerke die Passanten nicht und sie bemerken mich nicht.

Die U-Bahn eilt durch die Station des Kreuzes. Die Leute sehen sich nicht an. Ich zähle herunter um den Schmerz zu stoppen.

Ich zähle schneller immer schneller und zähle zähle runter runter runter wird der Schmerz je stoppen?

Die U-Bahn eilt durch die Station des Kreuzes. Die Leute sehen sich nicht an.

Ich zähle herunter um den Schmerz zu stoppen. Im Moment der Resignation. Im Moment der Einsicht über die Tragweite. Ich bemerke die Passanten nicht und sie bemerken mich nicht.


Vielen Dank an U2 für die Inspiration zu dieser Geschichte in Anlehnung an den Song Moment Of Surrender.

Ich freue mich auf Eure 360° Show in Wien!

Diesen Artikel habe ich von Doris erhalten und mehrere Frauen haben mir bestätigt, selbst zumindest einmal in einer ähnliche Situation gewesen zu sein. Danke für Eure Offenheit und die detailierten Einzelschilderungen, ich nenne an dieser Stelle auch keine weiteren Namen und werde mit hoher Wahrscheinlichkeit glaube ich kein Buch darüber schreiben. Dieser Artikel ist auch an jene Männer gerichtet, die erfahren wollen, warum sich Frauen oft gemeinsam „kurz entschuldigen“.

Als du klein warst, und deine Mama dich auf die öffentliche Toilette mitgenommen hat, hat sie dir beigebracht, dass man zuerst die Klobrille mit Klopapier abwischen muss, und dann hat sie kleine Stückchen von der Rolle abgerissen und die ganze Klobrille damit abgedeckt.
Schlussendlich hat sie dich gelehrt: „Setz dich niemals auf eine öffentliche Toilette!“ Danach hat sie dir die „Pose“ gezeigt, wie du dein Gleichgewicht über der Toilette so halten kannst, dass du dich nicht hinsetzt und das Klo nicht berührst. Sich die „Pose“ anzueignen ist einer der Lektionen, die ein Mädchen durch sein ganzes restliches Leben begleitet. Aber sogar als Erwachsener ist es schwierig, die „Pose“ zu halten, wenn es schon wirklich dringend ist.

Wenn du auf einer öffentlichen Toilette aufs WC „MUSST“, wirst du sehen, dass die Schlange ungefähr so lang ist, als würde Brad Pitt drinnen warten. Und du wartest es ab, lächelnd, nett und bemerkst, dass die anderen Frauen ihre Beine und Arme diskret kreuzen, was der offizielle Ausdruck für „ich mach mir gleich in die Hose“ ist. Endlich kommst du dran, als ganz plötzlich die typische Mutter auftaucht und dir mitteilt:“Es tut mir Leid, aber meine Tochter hält es nicht mehr aus“. In dem Augenblick siehst du dich um, ob nicht doch irgendwo eine Kabine frei ist…

mistbesetzt Alle sind besetzt. Endlich öffnet sich eine Tür und du stürzt dich drauf, ziehst die drinnen Stehende schon fast heraus, obwohl sie schon auf dem Weg nach draußen ist. Du gehst hinein und bemerkst, dass das Schloss nicht funktioniert (es funktioniert nie). Kein Problem.

Du möchtest deine Tasche auf den Haken hängen, es gibt aber keinen (gibt es nie). Da denkst du, dann eben auf die Türschnalle, die gibt es auch nicht, daher siehst du dich noch mal um.

Du schaust auf den Boden und siehst, dass da eine verdächtige undefinierbare Flüssigkeit ist: du traust dich nicht, die Tasche hinzulegen, also hängst du sie dir um den Hals, während du zuschaust, wie sie hin- und herschwingt, ganz zu schweigen davon, dass sie dich fast erwürgt, weil sie dermaßen voll ist, dass es mühsam ist sie zu tragen, und zwar mit Dingen, die sich schön langsam angesammelt haben und du den Großteil gar nicht verwendest, aber zur Sicherheit dabei hast, man kann ja nie wissen…

Aber zurück zur Tür. Da kein Schloss dran ist, besteht die einzige Möglichkeit die Tür geschlossen zu halten darin, sie mit einer Hand festzuhalten während du mit der anderen Hand mit einem Ruck deine Unterhose runterziehst und dich in die „Pose“ wirfst.

Was für eine Erleichterung!!! Endlich! Und dann fühlst du plötzlich, wie deine Oberschenkel anfangen zu zittern, weil du ja in der Luft hängst, deine Beine abgewinkelt sind, deine Unterhose deinen Blutkreislauf in den Beinen unterbricht, deine ausgestreckte Hand die Tür hält und die 5 Kilo schwere Tasche um deinen Hals…

Du würdest dich wahnsinnig gerne hinsetzen, aber als du hineingekommen bist, hattest du keine Zeit, die Klobrille abzuwischen und sie mit Klopapier abzudecken. Wahrscheinlich würde nichts passieren, wenn du dich hinsetzen würdest, aber du hörst die Stimme deiner Mutter: „Setz dich niemals auf eine öffentliche Toilette!“, also bleibst du mit zitternden Beinen in der „Pose“.  Aber oje! Aufgrund einer schlechten Berechnung spürst du, wie ein dünner Strahl an deinem Hintern runterrinnt, vielleicht hat es auch deine Strumpfhose erwischt!!! Mit ein bisschen Glück werden vielleicht nicht auch noch deine Schuhe getroffen, aber dass du die richtige „Pose“ findest, dazu braucht es immense Konzentration.

OK! Du versuchst dieses Unglück zu vergessen und fängst lieber an, das Klopapier zu suchen aber verdammte Sch…!!!

Leer!!! Es gibt kein Klopapier (es ist immer leer)!

In dem Moment betest du darum, dass du in deiner Tasche unter dem 5 Kilo Mist irgendwo ein Taschentuch findest, aber um zu suchen musst du die Tür loslassen. Einen Moment lang zweifelst du, ob nicht gerade dann jemand die Tür aufmacht, aber es geht nicht anders. Du musst die Tür loslassen.

Und natürlich, als du sie loslässt, stößt jemand die Tür hinein, die du mit einer starken, schnellen und sehr bestimmten Bewegung aufhalten musst während du rausbrüllst: BESEEEEEEEEEETZT!!!

Aber dann kannst du dir sicher sein dass diese Information bei allen, die da draußen stehen, angekommen ist. Deswegen kannst du die Tür mit ruhigem Gewissen loslassen, es wird ja keine die Tür absichtlich aufmachen wollen (da sind wir Frauen sehr respektvoll miteinander). Und endlich kannst du mit der Taschentuchsucherei anfangen.

Oft möchtest du alle verbrauchen, aber du weißt was ein so ein Ding in solch einer Notsituation Wert ist, deswegen hebst du dir immer zumindest eins auf. Du zählst schon die Sekunden bis du wieder draußen bist, du hast ja die Jacke an, es gibt ja keinen Haken zum Aufhängen,
du bist verschwitzt, es ist zum Verrückt werden wie heiß es in so einer kleinen Kabine sein kann, vor allem in der „Pose“ in der du dich ja noch immer befindest, deine Beine explodieren schon fast. Nicht zu vergessen, dass die Tür fast „aufgebrochen“ wurde, deine Tasche dich
halb erwürgt, der Schweiß über deine Stirn läuft und das angepinkelte Bein…

Und du weißt, dass deine Mutter sich für dich schämen würde, wenn sie dich so sehen würde, ihr Hintern hat ja nie eine öffentliche Toilette berührt und seien wir Mal ehrlich, „du kannst nie wissen, was man sich für Krankheiten an solchen Orten einfangen könnte“… Du bist schon vollkommen erschöpft bis du aufstehst, du spürst deine Beine nicht mehr, du ziehst dich schnell wieder an und drückst auf die Spülung.

Danach gehst du deine Hände waschen. Alles ist voller Wasser, deine Tasche kannst du nicht hinstellen, also hängst du sie auf deine Schulter. Du weißt nicht, wie der Wasserhahn funktioniert, es gibt ja schon so viele verschiedene mit Sensoren und du versuchst das Wasser irgendwie zum Laufen zu bringen, als endlich ein dünner Strahl kaltes Wasser kommt. Schnell ein bisschen Seife, abspülen in einer Pose wie der Glöckner von Notre Dame, du möchtest ja nicht, dass die Tasche von deiner Schulter runterrutscht. Den Trockner verwendest du gar nicht, du wischt deine Hände einfach an deiner Hose ab, dafür willst du ja kein Taschentuch verschwenden, und gehst hinaus.

Wenn du Glück hast, ziehst du kein Klopapier an deinen Schuhen mit, bzw. ist dein Hintern nicht zu sehen weil sich dein Rock nicht in deiner Strumpfhose verfangen hat als du dich blitzschnell wieder angezogen hast (was noch schlimmer wäre).

Da siehst du deinen Freund, der am Männerklo war, herausgekommen ist und sogar Zeit hatte, eine Zeitung zu lesen, während er auf dich gewartet hat.

„Wieso hat das so lange gedauert?“ fragt er blöd.

Und du antwortest nur: „Es waren viele angestellt“ .

Das ist der Grund, warum Frauen immer gemeinsam aufs Klo gehen. Aus Solidarität. Weil während du drinnen bist, hält die eine die Tasche und die Jacke, die andere die Tür, und die dritte gibt dir das Taschentuch unter der Tür durch, und so geht’s viel schneller und es
ist leichter die „Pose“ zu halten und die Würde zu bewahren.

Danke an alle, die mit mir schon auf der Toilette waren und als Kleiderhaken´oder Türsteher gedient haben!!!

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ps. Das Bild vom Elefanten soll natürlich keine Frau symbolisieren sondern einen Toilettenwartevorgang