Heute schreibe ich nicht über die Lage der Nation, sondern über das ein wenig angeschlagene Halbmarathon Projekt Marillenwind. Aber dazu später.

Herzlauf – Distanz 6 km

Vor 2 Wochen bin ich beim Herzlauf in der Distanz 6 km angetreten. Bei der Anmeldung war ich noch sehr mutig, kurz vor dem Start dachte ich mir schon, dass dies eine größere Herausforderung sein würde als geplant. Und siehe da, self-fulfilling prophecy sei Dank, so war es dann auch.

Ich bin absichtlich weit hinten gestartet um niemandem die Möglichkeit zu geben mich als bombierte Kippstange zu verwenden. Also nicht nur weit hinten, sondern direkt als Letzter. Den Startplatz hatte ich natürlich auch strategisch gewählt, um einen besseren, wenn auch nur kurzen Überblick, über das Starterfeld zu haben.

Die vermeintlichen Geschäftsanbahnung

Bereits nach ca. 200 Metern hörte ich eine ruhige tiefe Männerstimme hinter meinem rechten Ohr: „Halloooooooo“ – Halluuuuuzinationen? Jetzt schon? Ich erschrak ein wenig, drehte mich zur Seite und sah einem grinsenden Radfahrer in die Augen. Im ersten Moment dachte ich an eine Mitfahrgelegenheit. In der nachfolgenden vermeintlichen Geschäftsanbahnung stellte sich jedoch heraus, dass wir beide die höchstzulässige Nutzlast des Rades überschreiten würden.

Und so begleitete mich das Schlusslicht des Veranstalters per Rad und ich trug mich weiterhin per pedes durch die Landschaft. Beide hatten wir viel Spaß, da wir uns gegenseitig anspornten. Ich versicherte, ihn nicht abzuhängen, sofern er mir weiterhin gut zuredet.

Der fulminante Zieleinlauf

Im letzten Drittel des Laufes merkte ich, dass mir die Distanz doch zu schaffen machte. Mein Gekeuche stieg ab Kilometer 5 Hand in Hand mit meiner Herzfrequenz zu einem fulminanten Zieleinlauf. Ich war froh, es endlich geschafft zu haben. Podestplatz ging sich diesmal leider noch nicht ganz aus, aber ich konnte neben dem Ruhm der applaudierenden Menge glaub ich auch noch den vorletzten Platz erringen.

Die Analyse

Es war ja auch nur mal ein inoffizieller Test zur Orientierung wo Martin Herget, der Athlet, gerade steht. Nach Analyse der KM-Zeiten und Studium der taktischen Manöver während des Wettkamps, kam ich auch ohne Einbeziehung eines Expertenteams zu dem Ergebnis: Ich stehe am Anfang.

Am Anfang eines Untersuchungsmarathons

Kein Thema, das legten auch die ersten Vermutungen nahe. Bevor ich richtig intensiv ins Training einsteige, sollte vorige Woche ein offizieller Test beim Belastungs-EKG unter ärztlicher Aufsicht stattfinden.

Der Rückschlag

Aber dazu kam es nicht. Bei meiner Gesundenuntersuchung stellte sich im Vorfeld heraus, dass meine Aorta ein wenig vergrößert ist. Der Blutdruck konnte trotz zusätzlicher Medikamente nicht weiter gesenkt werden. Bei der CT meiner Aorta hat ein Nebenbefund ergeben, dass ich ein Gewächs an der Nebenniere habe. Bevor es hier jetzt weitere große Belastungen gibt, muss abgeklärt werden, wie wir mit dem blinden Passagier umgehen, ob er Einfluss auf meinen Blutdruck hat und eventuell entfernt werden muss.

Wie geht es weiter?

Nach dem Regen kommt die Sonne!

Auf meine Frage in Richtung Ärztin wie lange ich da ausfallen würde und was das für mein Projekt Marillenwind heißt, meinte sie zuversichtlich: „Nächstes Jahr ist auch noch ein Jahr!“ Nun ja, jetzt steh ich da, habe in den nächsten Tagen einige Untersuchungen und trainiere derzeit schaumgebremst. Ans Limit gehen ist im Moment keine gute Idee. Was dies jetzt für Marillenwind 2019 bedeutet, das werden wir in den nächsten Wochen sehen. Wer mich kennt weiß, ich geh gern ans Limit, bin oft außerhalb der Komfortzone. Risiko eingehen? Ja, jedoch nicht um jeden Preis. Die Gesundheit geht vor.
Na gut das wars vorerst, es wird sicher bald wieder bergauf gehen.
Um es mit Arnolds Worten zu sagen: I’ll be back!
Alles Liebe
Martin

Ja, ich esse noch. Gestern zum Beispiel, ausgezeichnetes Chili bei Freunden. Zur späteren Stunde frage ich den, exzellente Zaubertricks präsentierenden, Sohn des Hauses (er spricht wunderschönes Hochdeutsch). „Kannst du auch Wienerisch?“ – Er: „Reibs ume des sechzehna Blech.“ – Plötzlich schaltet sich am Handy Google Now ein und die Dame bestätigt: „Danke für Ihre Bestellung, die Lieferung ist unterwegs.“ – Apropos Lieferung, es ist wieder Zeit einen aktuellen Statusbericht vom Training zu liefern.

Spitz an der Donau ist kein Erotikfilm

Heute an der Alten Donau: Love is all you need

Wir schreiben Woche 2 nach dem Trainingsbeginn zum Halbmarathon in der Wachau. Projekt Marillenwind – Noch 22 Wochen bis zum Start. Heute, kurz vorm Sonnenuntergang turtelnde und liegende Paare, während meiner Trainingsrunde an der alten Donau. Ich weiß nicht warum, aber ich erinnere mich plötzlich an das Startgelände in der Wachau. Mir wurde wieder so richtig bewusst, dass Spitz an der Donau kein Erotikfilm ist, sondern die Ortschaft des Starts zum Halbmarathon. Die Minuten vor dem Start – wie im Film – Tausende in die Donau urinierende Athleten. Damals war ich so dankbar für diese Erkenntnis. Seit der Schulzeit habe ich mich gefragt warum die Donau so breit ist und Strom genannt wird und woher das viele „Wasser“ kommt.

Bei 0 gestartet

Der Start war ganz schön intensiv. 6 Trainingseinheiten pro Woche absolviere ich im Moment. Von Yoga, über Krafttraining, über Walken (noch mit Stäbchen), bis zu den ersten zierlichen Laufversuchen. Nicht alleine, sehr intensiver Muskelkater war natürlich auch wieder mit dabei. Aber was solls, von nichts kommt nichts. Ich weiß es wird auch diesmal ein sehr intensiver Sommer und es braucht mehr als bisher, viel mehr, sonst wird das nichts. Ich werde weiterhin berichten…

Vor 8 Jahren bin ich meinen letzten Halbmarathon in der Wachau in 3 Stunden 20 Minuten gestolpert. Das Foto zum Beitrag wurde vor dem Start gemacht – Ein paar Jahre davor – In einem anderen Jahrtausend.

Und in 2019? 20 Minuten schneller!

Das sind für Spitzenathleten mehrere Welten. Aber für mich? Für mich sind 20 Minuten mehrere Welten. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dieses Ziel schon jetzt verlautbaren soll, jetzt wo ich gestern gerade mal 1,8 km gelaufgangen bin. Yoga ist in der Vorbereitung auch mit von Partie. Oder sagen wir es so

An Yoga angelehnte Experimente zur Einleitung eines Bandscheibenvorfalls

Dabei höre ich noch ihre angenehmen Worte im Ohr: „Atme gleichmäßig ein und aus und genieße den Moment.“ – Eine Freundin hat mir empfohlen, es erst mal mit der Yogaposition „Älterer Mann“ zu versuchen. Danke ganz lieb Babs! Aber was solls ich brauche ein Ziel und das ist der Weg.

Halbmarathon unter 3 Stunden laufen

Vorab steht für mich noch ein kleiner Untersuchungsmarathon bevor. Mit einer Thrombose kann ich diesmal nicht dienen, aber wie bei meiner Mutter ist auch meine Aorta vergrößert. Wohl nicht so dramatisch. Hoffe ich zumindest. Aber das gilt es noch genau abzuklären bevor ich so richtig durchstarte. Geht ja ruck zuck seit meinem damaligen Crashkurs im Warteraumwarten für Fortgeschrittene. Nach Jahren der sportlichen Abstinenz werde ich mir ein Ziel stecken, das selbst für mich, als von mentalen Themen schon eher gehört Habender, eine Herausforderung sein wird. Ich sehe schon die Schlagzeile

Der Joey Kelly der Neigungsgruppe Adipositas

Aufgrund meiner anatomischen Ausgangssituation, werden die Seismographen in und um Krems möglicherweise in den Genuss multipler Vibrationen kommen. Ob die Donauschifffahrt eingestellt werden muss ist noch zu klären. Eines ist jedoch schon halbwegs gewiss. Trotz der tollen Weine in der Wachau wird es dort keine Achterl Rally für mich geben.

Genau mit solchen Themen bin ich tagtäglich konfrontiert. Also nicht mit Achterl Rally sondern mit mentalen Herausforderungen. Zumeist in der Rolle des Zuhörers, des Impulsgebers, selten in der Rolle des selbst Durchführenden. Und genau deshalb reizt mich dieses Projekt so sehr. Ich brenne dafür auch wieder mal selbst am Ball zu sein. Ich will sehen wie sehr ich mich aus meiner Komfortzone bewegen werde. Noch 24 Wochen bis zum Start. Mein Freund Bernd ist gestern den Marathon in Boston in 4 Stunden gelaufen, herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle, besonders für die kontinuierliche Inspiration in der Vorbereitungsphase.

Noch 24 Wochen bist zum Start in der Wachau

Klingt lang, aber hallo, Ostern, viele bunte Eier zum Teil aus Schokolade, Pfingsten, Sommerurlaub, ein paar Grillevents. Potentielle Labstellen in Hülle und Fülle. Der Pfad des Erfolges ist mit vielen Abzweigungen und Versuchungen gespickt. Mein Feinkostgewölbe wird da wohl gelegentlich ein wenig zu kurz kommen. Ich wünsche euch frohe Ostern. Na das kann was werden…

Seit ich mir im Spätsommer 2018 quasi das Leben gerettet habe (Klicken zum Nachlesen), hat sich einiges getan. Ungebremst herzlich, jedoch ein wenig härter bin ich geworden, zumindest was die Konsistenz meiner Körpermaße betrifft.

Das Twinni unter den Cornettos

Wer mich kennt weiß, dass ich unter den menschlichen Körpern eher das Twinni unter den Cornettos bin. Um genau zu sein, zwei Twinni. Vom Winde verweht geht sich bei meinem Gewicht in Kombination mit der Erdanziehungskraft nur schwer aus. Dann schon eher: Im Sommer gibt er Schatten, im Winter hält er warm. (Dank an die Ärzte)

10 kg Körperfett verloren

Apropos Ärzte, ich habe mich in den letzten Monaten seit meinem Sommertraum in Kroatien (hier zum Nachlesen), begleitend zum gelegentlichen Training, ein wenig untersuchen lassen. Und siehe da, gestern kam bei der BIA Messung die frohe Botschaft. „Herr Herget, sie haben über 10 kg Körperfett verloren bei gleich gebliebener Muskelmasse.“

Gut, es hat ein einige Monate gedauert und ein paar Schweißperlen gekostet. Eine Absaugung des Feinkostgewölbes wäre da sicherlich die schnelle Variante gewesen. Ich habe mich jedoch für den konservativen Weg entschieden. Weniger, dafür zumeist gesünder essen, etwas mehr als gar keinen Sport und siehe da, meine Entscheidung trägt Früchte.

2475

Und so weht sie wieder, eine leichte Prise vom Marillenwind. Ich habe es getan und mich für den Wachau Halbmarathon 2019 angemeldet. Nach Jahren der sportlichen Enthaltsamkeit gehe ich mit Nummer 2475 an den Start, wenn ich sie nicht vergesse. Wie immer werde ich versuchen vor der Müllabfuhr zu bleiben, die nach dem Lauf die Strecke putzt. Möglichst weit davor.

Danke Sina

Du gut gefellte Shiba Inu Mentorin. Du hattest stets die richtige Balance zwischen Bewegung, Freude und Entspannung. Danke für die Inspiration, ich schieße dir einen mentalen Zapfen, wo auch immer du gerade bist…

7 Jahre und kein bisschen heiser (mehr)

Es ist so weit. Die schöne Zeit hat wieder begonnen. Es werden wieder Herzen auf Autoscheiben gemalt. Von kleinen und auch von so manchen großen Kindern. Ok ich gebe es zu…

Manchmal stelle ich mir eine Welt vor, in der alle Menschen öfters zurückdenken, an die schönen Momente ihres Lebens, blödeln, lachen um den Ernst des Alltags ein wenig zu kitzeln. Das wären doch wunderbare Augenblicke. Ich hatte mir für heuer vorgenommen, in einigen ernsten Situationen im „Business“ den kleinen Martin von früher zu Wort kommen zu lassen. Im Anzug, wie bei der Firmung, ernstem Blick und Ton und einem sehr lustigen Text. Was soll ich schreiben, es waren einzigartige Momente, köstlich schräg und die Leute haben diese Interventionen genossen und herzlich gelacht.

Da bin ich schon wieder beim Thema – Lachen. Auch heuer veranstalte ich wieder den 1001 Lachen Punsch. Bereits zum 7 Jahr in Folge – Meine Heiserkeit aus dem Vorjahr hat sich mittlerweile wieder gelegt und ich bin voll Vorfreude.

Mit Köstlichkeiten verwöhnt uns wieder die Belegschaft des Casinos Wien. Es gib Top Punschkreationen, ausgezeichnet Schmankerln und die ein oder andere Überraschung. Wie immer kommen auch die Bierfans auf ihre Kosten. Apropos Kosten – Es gilt auch heuer: Freie Spende.

Diesmal unterstützen wir wieder die Schmetterlingskinder und den Sterntalerhof, der sich um Familien mit schwer, chronisch und sterbenskranken Kindern kümmert.

Es würde mich sehr freuen, wenn möglichst viele von Euch kommen. Aufgrund des Datums werden wir diesmal die Möglichkeit haben in meinen Geburtstag hinüber zu lachen. Bitte keine Geschenke für mich, werft das Geld lieber in die Spendenbox!

Termin

Mittwoch 20.12.2017 ab 17:00 bis ca. 22:00

Ort

wie auch die Jahre davor, Theodor-Herzl-Platz zwischen Hotel Marriott und Gartenbaukino, 1 Gehminute zur U4 Stadtpark

Wetter

Angeblich stehen die Meteorologen vor einem Rätsel. Die Klimaerwärmung scheint in den letzten Jahren den Platz des Punschstandes übersehen zu haben. Bitte entsprechende Kleidung anlegen, falls die standardmäßige Körperbehaarung nicht ausreichen sollte.

Anmeldung

Auf Facebook

Oder XING

Oder per Mail, Kommentar hier am Blog, Brieftaube, persönlich oder wenn es wirklich wichtig ist, dann mit der Post!

Ich freue mich auf ein Wiederhelfen.

Alles Liebe

Martin

#1001lachen

Knapp über 0°C in Wien. Es regnet draußen und drinnen gluckst das Kaminfeuer – Ach nein, es ist die Zentralheizung die gluckst. Das Geräusch erinnert mich an die Therme. Nicht an die Gastherme sondern an die Lebenstherme in Loipersdorf. Ich blicke rüber zum Whiteboard, schmunzle und bin voll Vorfreude – Der Seminarplan zu „Mind Diver“ steht. Da ist einiges entstanden in den letzten Wochen.

Wie alles begann?

Letzten Sommer habe ich es getan. Ich bin ins Wasser gegangen. Genauer gesagt unter Wasser, um endlich mal die Luft anzuhalten. Nicht nur für einen Moment, auch nicht tief, sondern einfach nur lange, richtig lange. Unter Anleitung von Christian Redl (mittlerweile 10-facher Weltrekordler im Freitauchen). Den Bericht von meinem ersten Mal gibt es hier zum Nachlesen.

Mind-DiverThermeDie Art unseres Denkens beeinflusst unseren Energieverbrauch

 

Was mich danach beschäftigte und wo ich viele Parallelen zu meiner täglichen Arbeit in der Beratung und im Coaching bemerkte, sind die mentalen Prozesse dahinter. Denn eines wurde hier glasklar sichtbar. Der Schlüssel zum Erfolg liegt, wie bei den meisten Vorhaben, im Kopf. Eine für mich wesentliche Erkenntnis ist, dass die Art unseres Denkens unmittelbar Auswirkung auf unseren Energieverbrauch hat. Vereinfacht gesagt verbrauchen negative Gedanken mehr Energie als positive Gedanken.

Naja eh klar, werden jetzt einige denken. Allerdings ist diese Erfahrung für uns im Zuge des Luftanhaltens auch genau in Zahlen messbar geworden. Die Übungen die wir entwickelt haben zeigen deutlich, dass die mentalen Prozesse sowohl im Wasser als auch an Land in unserem täglichen Tun erfolgreich umsetzbar sind. Ich werde in den nächsten Wochen noch mehr darüber berichten.

Auge in Auge mit dem schweinischen Tier

Durch Mind Diver habt ihr die Möglichkeit selbst am eigenen Leib zu verspüren, was es heißt über Grenzen vergangenen Denkens zu steigen. Selbstverständlich mit einer Leichtigkeit, viel Spaß und Auge in Auge mit dem schweinischen Tier in dir – Dem Schweinehund 😉

Ja ich gebe zu, ein paar Tage sind schon ins Land gezogen seit ich mich zuletzt hier gemeldet habe, der letzte 1001 Lachen Punsch ist schon ein wenig her, die nächste Hitzewelle ist im Anrollen, der Sommerschlussverkauf in Kürze zu Ende und mir scheint als liegt fast schon wieder ein wenig Lebkuchenduft in der Luft.

Als ich zuletzt in der damals neu gebauten Therme Wien war, habe ich über meine neue Kollegengruppe die Thermen Coaches und die skurrilen Auswüchse des Coach Begriffes berichtet.

Damals hätte ich nie gedacht, dass ich ausgerechnet in dieser Therme einen persönlichen Rekord aufstellen werde. Nein nicht der Disziplin Langstreckenzehenaufweichen, auch nicht im Sauna, Solarium und Druckdüsentriathlon.

Aber beginnen wir von vorne. Wer mich kennt weiß, dass ich immer auf der Suche nach mentalen und körperlichen Grenzerfahrungen bin.

SeychellesApnoeAls auf den Seychellen gelernter, aber nicht wirklich intensiv praktizierender Taucher war für mich die Apnoe, sprich Freitauchszene, immer eine sehr anziehende. Ohne Sauerstofflasche zu tauchen hat mich bereits als Jugendlicher fasziniert. Ich bin im Urlaub viel geschnorchelt und immer wieder einige Meter abwärts getaucht. Damals als sehr gut trainierter Leistungssportler konnte ich knapp über 2 Minuten lang die Luft anhalten.

Als ich vor kurzem die Gelegenheit hatte Christian Redl 9-fachen Weltrekordhalter im Apnoe Tauchen kennenzulernen, war ich von seinen Erzählungen und den Möglichkeiten bestehende Grenzen und Barrieren zu durchbrechen fasziniert.

Er behauptete, dass ich in einem einzigen Kurs meine Ausgangszeit verdoppeln könnte

Bumm, das hat gesessen. Naja, sagte eine Stimme in mir, der kann leicht etwas behaupten, das will ich selbst erleben. Und ich hatte schon einen Kurs mit ihm gebucht.

Und so kam es, dass ich vor ein paar Tagen in der Therme Wien freiwillig den Kopf unter Wasser hielt. 1 Minute und 15 Sekunden lang. Ich betreibe schon seit vielen Jahren keinen Leistungssport mehr, bis auf die diveresen Marillenwind Projekte und wäre ehrlich gesagt mit jedem Wert über einer Minute zufrieden gewesen.

Und dann passierte das, was ich ursprünglich nicht für möglich gehalten habe. Nach nur wenigen Stunden Gesprächen und Atemübungen konnte ich, mit dem Kopf unter Wasser getaucht, sage und schreibe 2 Minuten 45 Sekunden lang die Luft anhalten – Meine Ausgangszeit war somit mehr als verdoppelt – Ein unbeschreibliches Gefühl des Erfolges durchflutete mich.

Was könnte da auch in anderen Bereichen möglich sein, wenn man seine geglaubten Grenzen derart verschieben kann?

Ich kann mir vorstellen, dass jetzt schon einige von Euch die Luft anhalten. Stopp! Es sollte jedoch wie beim Tauchen eine zweite Person dabei sein, ein sogenannter Buddy, der die Situation überwacht.

Bei derartigen Experimenten empfiehlt es sich nicht, währenddessen ein Auto zu steuern, Flugzeug zu landen oder am offenen Herzen zu operieren. Sollte es mal wieder streng riechen, im öffentlichen Verkehrsmittel oder du gerade in einem langweiligen Meeting im Büro sitzen – Perfekt. Da sind auch immer ein paar Freiwillige vor Ort, die einfach nur vor sich hin sitzen und als Buddy fungieren können. Jetzt steht einem derartigen Apnoetest natürlich nichts mehr im Wege 😉

Wie es in der Sache weiter geht werde ich bald berichten, ihr dürft gespannt sein, da kommt womöglich noch einiges…

Nach den beiden Marillenwind Projekten, Halbmarathon in 2010 und Halbmarathon in 2011, folgte 2012 die größte Herausforderung in Sachen Bewegung seit ich eine Waage mit 3-stelligem Display benötige.

Die Statistik zu Mega Marillenwind 1.000.000 Meter in 2012

  • 7 Blasen (an den Füßen)
  • 4 Wölfe (zwischen den Beinen)
  • 4 Wochen Knöchelschmerzen
  • 2 Wochen Knieprobleme
  • 1 Paar Laufschuhe zerstört
  • 21 mal Nass von oben*
  • 1.005.560 Meter zu Fuß* (Querfeldein entspricht das ca. der Strecke Wien-Paris oder Wien-Amsterdam oder Wien-Kiew)
  • 168 Trainingseinheiten*
  • 188:16:11 Stunden Trainingsdauer*
  • 88.196 verbrannte kCal* (ca. 440 Krügerl Bier od. 178 Big Mac‘s od. 41kg Wiener Schnitzel (ohne Pommes))
  • 6.530 Höhenmeter*
  • 21,6 km längste Trainingseinheit*
  • 0,67 km kürzeste Trainingseinheit (Schuhe auslüften)*
  • 23,83 Marathons
  • 47,66 Halbmarathons

*Messungen lt. Runtastic

runtastic2012-10-20_16_30_17Wie schafft man es 1.000.000 Meter in einem Jahr zu gehen? Nun die Distanz ist nicht das Problem, denn mit weniger als 3 km pro Tag ist man bereits im Club dabei. Es sind eher Konsequenz  und Kontinuität, die es braucht um bei einem derartigen Vorhaben, nicht vorzeitig aufzugeben sondern das Ziel zu erreichen. Im Laufe der ersten Wochen des Jahres habe ich drei unterschiedliche Arten von Trainingseinheiten entwickelt, um für eine gewisse Abwechslung zu sorgen.

walk and talk, gemeinsam mit einer zweiten Person

Im Rahmen meines Aufrufs zum Walk and talk with Martin haben sich über 40 Menschen gemeldet, die mit mir gehen wollten. Nicht auf einmal sondern hintereinander, also nicht im Gänsemarsch. Naja, ich denke ihr versteht schon, wie ich es meine.

Unterschiedlichste Gespräche haben sich ergeben – lustige, ernste, traurige, tiefe, kreative –  zumeist jedoch sehr lockere, so wie die gemeinsame Bewegung zumeist locker war. Manchmal sind dabei spontan Ideen entstanden, manche Probleme gingen ebenso spontan verloren und manchmal wurde einfach nur geschwiegen. Es waren Menschen dabei die ich sehr gut kenne, aber auch Menschen die ich zum ersten Mal getroffen habe, die sich auf den Blogaufruf eines „Fremden“ hin gemeldet haben um mit ihm ein Stückchen seiner 1.000 Kilometer zu gehen. Ich bin sehr dankbar und glücklich über jede einzelne Begegnung, jeden Moment dieser Reise.

walk in silence

Die zweite Art von walks waren jene in Stille im kleinen Kreis. Ich, ich und ich sozusagen, wir drei ganz alleine. Wobei ich versucht habe alle Stimmen in mir zu vereinen um ihnen eine kurze und prägnante Anweisung zu geben – „shut up“ – außen schweigen und innen schweigen. Einfach nur gehen, sonst nichts.  Zu Beginn habe ich noch alles rund um mich herum wahrgenommen, die Schritte, das Vogelgezwitscher , die Äste die sich im Wind bewegten, das Flugzeug am Himmel, doch nach einer gewissen Zeit ging ich immer mehr in mich. Es wurde stiller und stiller und ich ging und ging, Kilometer für Kilometer. Ein tolles Gefühl wie schnell ich auf einmal einen flow Zustand erreichen konnte. Beim Blick auf die Uhr waren plötzlich drei Stunden vergangen.

walk and listen

hier genoss ich diverse Hörbücher und Podcasts. Etwa den „Frühstück bei mir“ oder den „Menschen im Gespräch“ Podcast. Warum? Weil dort Menschen erzählen, denen etwas gelungen ist, die sich entfaltet haben, daran gewachsen sind und sich weiter entwickelt haben. Viele zum Teil beeindruckende Geschichten, die ich in meine tägliche Arbeit mit Unternehmen und Menschen integrieren konnte und auch noch weiter aufarbeiten werde.

Gelegentlich begegne ich Menschen die sich kleiner machen als sie sind, sie unterschätzen ihr Potenzial, nehmen sich selbst zurück anstatt einfach das zu tun was sie mögen und können. Dies zu erkennen und bei Bedarf zu unterstützen taugt mir sehr und ist eine der wesentlichen Erkenntnisse aus diesem Projekt.

Wie geht’s weiter?

2.000 km in 2013, 3.000 km in 2014? Sicher nicht. Das wäre mir dann doch zu monoton und auch zu anstrengend. Dieses Jahr gibt es für mich kein derartiges km-Abspul-Projekt. Was ich mir wünsche und machen werde ist Vielfalt in sportlichen und geistigen Dingen. Angetrieben von meinen Gefühlen und Wünschen. Was das genau bedeutet werde ich noch sehen, erkennen, tun, weitergeben und selbstverständlich auch darüber bloggen.

Nur so viel sei gesagt, Walk and talk with Martin werde ich unabhängig davon auf jeden Fall weiter betreiben. Wenn du möchtest, melde dich einfach bei mir, wir machen uns einen Termin aus und gehen los.

Vielen Dank an Alle die mich begleitet und das Projekt unterstützt haben.

Abschließend noch ein paar Impressionen von der Strecke.

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Zu Beginn des Jahres war ich überzeugt, es mit Kontinuität und Konsequenz leicht zu schaffen. Um die Jahresmitte herum gingen die beiden Eigenschaften für zwei Monate auf Urlaub.

geschafftGegen Ende dieser zwei Monate tauchte folgende Frage in mir auf: „Wie komme ich aus dieser Nummer wieder raus?“. Nach einer kurzen Bedenkzeit, die ich mir erbeten hatte, antwortete ich mir selbst, „Gar nicht, du ziehst das einfach durch!“

Und heute bin ich froh es getan zu haben, denn 1.000.000 Meter in einem Jahr zu gehen, das ist nicht nur mühsam und anstrengend, sondern auch wunderbar, in sehr vielen Momenten. Einigen dieser Momente werde ich ein paar Zeilen widmen, sobald ich alle Einzelteile meines Körpers wieder beisammen habe…

Ich wünsche euch ebenfalls viele wunderbare Momente in 2013 rutscht gut rüber ins neue Jahr und passt genau auf, was ihr euch wünscht, es könnte in Erfüllung gehen 😉