Als ich am 5.3.2010 den ersten Blogartikel zu Marillenwind schrieb war ich ein von Rolltreppen und Liften abhängiges Wesen. Bereits der Anblick von mehr als 5 Stiegen in Serie löste in mir Atemnot und Herzflattern aus. Für umso verrückter hielten mich ich und andere, als ich mir das Ziel setze innerhalb eines halben Jahres einen Halbmarathon zu laufen. Damals hab ich so locker aus der Hüfte geschrieben „Mit Marillenwind werde ich wieder an meine humoristischen und vielleicht sogar körperlichen Grenzen gehen“. Doch während der Vorbereitungen wurde mir klar, was dies wirklich bedeutete. Immerhin war ich ja gewichtsmäßig eher zwei als eine Person.

fff

Selbst wenn das Wasser bis zum Hals steht gibt es genug Möglichkeiten sich zu entfalten.

Der Rückschlag

Dann begann die Phase der Vorbereitung, in der ich unter anderem feststellen mußte, dass Spitz an der Donau kein Erotikfilm war. Mein Training startete zu Beginn sehr locker um dann immer intensiver zu werden. Ein Team formierte sich, das Marillenwind Team. Als mir am 21. August im SMZ Ost Spital die Diagnose Thrombose ins Gesicht gesagt wurde, drehte ich mich um, um zu sehen ob hinter mir noch jemand stand der gemeint sein könnte. Tja, Fehlanzeige. Plötzlich war alles andere nebensächlich. Es ging darum eine lebensgefährliche Embolie zu vermeiden und eine mehrmonatige Behandlungsphase zu starten. Was ich während dieser Zeit nie verloren habe war meinen Humor, auch wenn er noch ein wenig schwärzer wurde, wie etwa bei Warteraumwarten für Fortgeschrittene

Der Neubeginn

Wenn Du es eilig hast, dann gehe langsam! (Zen)

Vorsichtig begann ich bald wieder zu gehen. Anfangs noch unter starken Schmerzen. Ich arbeitete im Bereich Coaching und Mentaltraining intensiv an meiner Regeneration. Rasch verbesserten sich sowohl meine Zuversicht als auch mein physischer Zustand, so dass ich am 10. September meinen ersten 10 km Lauf antreten konnte. Einiges an Kondition war abhanden gekommen und meine Herzfrequenz schnellte rasch nach oben. Aber: Keine Schmerzen mehr im Bein!

Eine Untersuchung beim Internisten ergab, dass sowohl mein Herz noch schlägt, als auch die sonstigen Werte im grünen Bereich liegen. Einzig seine Antwort auf meine Frage, was ich denn noch zur Vorbereitung machen könnte, machte mich kurz nachdenklich –  „Beten!“ – Dann mussten wir Beide lachen. Der Mann hat Humor, gefällt mir…

Der Kampf

Und am Sonntag war es so weit. Ich war darauf vorbereitet jederzeit abzubrechen. 5-10 km zu laufen und den Rest zu gehen, setze ich mir als Ziel. Umso überraschter war ich, als ich bei Kilometer 10 noch einiges an Reserven hatte. Klar, ein wenig war ich schon entfernt von der Lichtgeschwindigkeit und duellierte mich stattdessen mit den Stäbchengehern, aber das war mir egal. Ich überlegte kurz das Tempo zu steigern und entschloss mich dann zum Glück dazu, mir die Kraft für einen Zielsprint aufzuheben.

Glück

Warum das Glück war? Ja ganz einfach, weil ich 4 Kilometer vor dem Ziel feststellen musste, dass keine Kraft für den Zielsprint mehr da war. Die Schleife in Krems, die noch dazu teilweise bergauf ging war alles andere als ein Genuss. Auch die Zielgerade, die über mehrere hundert Meter führte nahm kein Ende. Bis ich dann, endlich und ein wenig benommen in Superzeitlupe über die Ziellinie torkelte. Wo mich schon der Rest des Marillenwind Teams (ja, die waren alle schneller als ich) und meine Fans und auch jene, die sich überzeugen wollten ob ich es wirklich getan hatte, in Empfang nahmen. Rasch erholte ich mich und wurde von Stunde zu Stunde glücklicher über das, was mir hier gelungen war. Mittlerweile mutierte der anfängliche Muskellöwe zum Muskelkater, welcher morgen wohl  auf den Namen Muskelkätzchen hört…

Was Bleibt?

Viel, sehr viel, welches ich zum Teil gerade niederschreibe und irgendwie, irgendwo, irgendwann weiter geben werde. Versprochen! Apropos weiter. Klar geht’s weiter, auch mit meinen sportlichen Aktivitäten. Nächstes Event ist der Vienna Night Run. Und für 2011 bin ich auf der Suche nach schrägen Vorschlägen aller Art – außer IronMan…

DANKE!

Vielen Dank für die Glückwünsche und Eure Unterstützung, sowohl hier am Blog, als auch via Facebook, Twitter und XING und natürlich ganz besonders in ECHT 😀  Schön, dass er Einige inspirierte, der Marillenwind.

„Bewusst mit Lust leben und dabei lachen“

Zahlen, Daten, Fakten

Projektstart Marillenwind

  • 5.3.2010
  • Gewicht: 134kg
  • Bauchumfang: 141cm
  • Kondition: 5 Stiegen = Atemnot und Herzflattern

Workout Phase Marillenwind

  • 252 km Walk- und Laufend
  • 35.871 kcal verbrannt
  • Rückschlag: Thrombose

Ziel / Ergebnis nach 6 Monaten

  • Gewicht: -15kg
  • Bauchumfang: -11cm
  • Halbmarathon Ziel erreicht: 3:23:40
  • Geschwindigkeit: 6,22 km/h   9:39 min/km
  • Kondition: Lift- und Rolltreppen unabhängig

PS.:

Vielen Dank an die süße Emma von

Anja & Tony

fürs süßeste Zehendrücken von allen! 😉

15 Kommentare
  1. u.kuehne
    u.kuehne sagte:

    ein herrlicher Bericht, zu diesem und zu deiner verbrachten Leistung, schon im Vorfeld und beim Halben, nochmals an dieser Stelle, Gratulation und Hut ab;-) LG aus Sachsen

  2. Wolfgang
    Wolfgang sagte:

    Martin, ich gratuliere. Jetzt hast Du mir etwas voraus (ausser den paar Kilos ;-))

    Hier sind 2 Challenges, die ich gemeinsam mit Dir angehen würde. Such Dir was aus.

    a) Nächster Wachau-Halbmarathon unter 2:30 h oder
    b) Nächster Wien Marathon unter 5:30 Stunden

    Liebe Grüße!

  3. Martin Herget
    Martin Herget sagte:

    @Karo: Danke Karo für die Idee mit dem Zehendrücken, eh klar, war sehr naheliegend 😉

    @Wolfgang: Danke für die Vorschläge, ich nehm den 50:50 Joker und dann möcht ich noch jemand anrufen 😉

    @Jan: Merci lieber Jan!

  4. krissie
    krissie sagte:

    Ich kenne einige, die immer tolle Ratschläge für andere Menschen geben (ich schließe mich da nicht aus!). Umso schöner ist es zu lesen, das Du Dein Wissen und Können auch für Dich selbst eingesetzt hast. Bessere Werbung gibt es nicht als von Selbsterfahrung zu berichten. Viel Erfolg weiterhin. Viele Grüße vom A…. der Welt. Krissie

  5. Martin Herget
    Martin Herget sagte:

    @dagmar: Vielen Dank, na klar gehts weiter 🙂

    @krissie: Merci ich freue mich sehr über Dein Feedback.

    @ultraistug: Wow, danke für Dein Feedback. Ich fühle mich geehrt, dass mir eine mehrfach ausgezeichnete Meisterin der Ultralaufszene gratuliert. Schön in Deinen lebendig/dynamischen Blog reinzulesen und zu sehen, wie bei Dir Alles begann… VIELEN DANK!

  6. Heike Harrasser
    Heike Harrasser sagte:

    Lieber Martin, vielen Dank für deinen tollen Blog – ich freue mich schon aufs weiterlesen und auf neue Erfahrungen beim Laufen . Vielleicht spornt es mich ja auch an *grübel*

  7. Hanspeter
    Hanspeter sagte:

    Hoi Martin, gratuliere Dir zu Deiner Willensstärke und Ausdauer, dazu ein Zitat; Der Preis des Erfolges ist Hingabe, harte Arbeit und unablässiger Einsatz für das, was man erreichen will.

    Du bist ein Vorbild, es sollten noch einige Deine Geschichte lesen!

    Weiterhin alles Gute bei bester Gesundheit
    wünscht Dir
    Hanspeter

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